Kessenicher Vergänglichkeit: Erst die Reblaus, dann der Goldbär

Preußische Kartenaufnahme von 1845

Kessenich, der kleine Weiler, der sich zu beiden Seiten der Gumme, des ehemaligen Rheinarms auf der Niederterrasse des Rheins im Bonner Süden zwischen Venusberg und Rhein, erstreckte, war bis zum Erscheinen der Reblaus ein ertragreiches Weinanbaugebiet und auch sonst lebten die Bewohner aufgrund des fruchtbaren Bodens weitenteils vom Ackerbau.

Im Prozess der Industrialisierung und Urbanisierung wurden Kessenich und andere kleine bäuerliche Vororte eingemeindet, die ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen sind heute fast durchgehend bebaut.

Vor hundert Jahren wurde im Zuge der Eingemeindung des neuen Stadtteils Kessenich eine elektrische Straßenbahn vorgesehen, welche die alte Pferdebahn, die über den Rheinweg nach Kessenich gelangte, ablösen sollte; die Straßenbahntrasse führte über die in dieser Zeit angelegte Hausdorfftstraße, die dem Verlauf der Gumme folgte.

Als letzte Reminiszenz an den Weinanbau droht nun mit der Abwanderung von Produktion und Firmenzentrale von HARIBO auch der Weingummi seine Gewerbesteuer nicht mehr ins Bonner Stadtsäckel zu leisten.

PS: Hier noch der Bönnsche Bimmelbahn-Song von Mathias Budzinski — wir singen „… es geht die Bönnsche Bimmel, und fährt uns in den Himmel, von Dottendorf bis Kessenich, woanderns hin das wollen wir nich …“


Einen Kommentar schreiben