Fahrrad-Hauptstadt 2020 Bonn: Verbesserter Radverkehr im Bonner Süden

Fahrradfahrer on the move!

Startzone Friesathlon 2010

Die Stadt Bonn möchte nach eigener Planung bis zum Jahr 2020 Fahrrad-Hauptstadt in NRW werden. Wir möchten uns deshalb vor unserer eigenen Haustür – wo wir uns am besten auskennen – umsehen und prüfen, ob noch Handlungsbedarf besteht.

Die Stadt Bonn unterscheidet in ihrem Entwurf eines Strategiekonzeptes zur Fahrradhauptstadt 2020 nach Leistungsfähigkeit bzw. Inanspruchnahme die folgenden Wege: Schnellwege, Hauptverbindungswege und Verbindungswege.

Unter den Fahrradrouten im Bonner Süden untersuchen wie die beiden Hauptkategorien.

  1. Schnellwegenetz im Stadtbezirkszentrum Bonn

    Schnellwegenetz im Stadtbezirkszentrum Bonn (aus dem Strategiekonzept zur ganzheitlichen Förderung des Radverkehrs des Stadtplanungsamtes der Stadt Bonn)

    Schnellwege
    Entlang der Bahntrasse und am Rheinufer: Mit der Fertigstellung des neuen Haltepunktes Bundesviertel, der seit neuestem “UN-Campus” heißen soll (ein Schelm, der Böses dabei denkt), wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Lücke zwischen Oskar-Walzel-Straße und Rheinweg geschlossen wird.

  2. Hauptverbindungswege
    Diese sollen gemäß der getroffenen Definition einen möglichst zieldirekten Verlauf haben und eine komfortable Befahrbarkeit sicherstellen. Aus Sicht des Radfahrers muss ein Hauptverbindungsweg durchgängig mit einer markierten Fahrradspur in beiden Richtungen versehen sein.

Radverkehrsaufkommen im Bonner Süden

Hauptverbindungswege gibt es vor Ort in Nord-Süd-Richtung zwischen der Bonner Innenstadt und Bad Godesberg, mit Abzweig in Richtung Bundesviertel (neuer Sprachgebrauch Internationales Viertel) über die Südbrücke und ins Rheinviertel sowie Abzweig Richtung Poppelsdorf und Endenich.

Im Strategiekonzept  zur ganzheitlichen Förderung des Radverkehrs des Stadtplanungsamtes der Stadt Bonn ist festgehalten, dass in der Bonner Südstadt ebenso wie im Bonner Norden hauptsächlich die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Straßen Bonner Talweg (Verbindung in Richtung Baumschulallee), Kaiserstraße, Adenauerallee und Rheinufer eine bedeutendere Verbindungs- und Sammelfunktion für den Radverkehr besitzen, während sich der Radverkehr auf den Querstraßen hierzu differenzierter im Straßennetz verteilt.

Es wird konstatiert, dass die große Arbeitsplatzkonzentration im Bereich Willy-Brandt-Allee, Friedrich-Ebert-Allee im  Bundesviertel auch Auswirkung auf die Radverkehrsstärken der zuführenden Straßen hat .  Insbesondere der parallel zur Bahn geführte Radweg entlang der Kaiserstraße / Joseph-Beuys-Allee wird von vielen Radfahrern genutzt (ca. 2.300 Rf/12h). Aber auch das Rheinufer bis in Höhe „Langer Eugen“ / UN-Campus (ca. 1.000 Rf/12h) und die Willy-Brandt-Allee, Adenauer Allee (ca. 750 Rf/12h) werden stark vom Radverkehr befahren. Von Kessenich kommend besteht mit einer Belegung von rund 1.200 Rf/12h eine wichtige Querverbindung entlang des Rheinweges, der Walter-Flex-Straße und der Heussallee.

Verbesserte Fahrradrouten für den Bonner Süden

Bonner Radverkehrsnetz (aus dem Strategiekonzept zur ganzheitlichen Förderung des Radverkehrs des Stadtplanungsamtes der Stadt Bonn)

Am Beispiel der Hausdorffstraße ist die Stadtverwaltung hinsichtlich des Projektes Fahrrad-Hauptstadt gefordert: Hier ist es nicht ungefährlich auf vorgeschriebenen Pfaden zum Ziel zu gelangen; während in Richtung Innenstadt eine komfortable Fahrspur ausgewiesen ist, werden in Gegenrichtung Fahradfahrer und Fußgänger hinter die diagonal oder in zwei Reihen parkenden Autos verbannt.

Vielleicht sollte man den Radfahren lieber mehr Rechte auf den ruhigeren Parallelstraßen einräumen, die von denselben sowieso bevorzugt werden!!

Allgemein gilt in dicht bebauten Wohnvierteln, dass weniger parkende Autos den Straßenraum blockieren sollten, sondern an Stelle dessen Quartiersparkhäuser eingerichtet werden müssten.

P.S. Unsere geliebte Seilbahn taucht im Strategiekonzept der Stadt Bonn zu den Fahrradrouten auch wieder auf!

Überwindung Topographie in Verbindung Dottendorf – Venusberg

  • VEP Maßnahmen-Nr. BN 43

Gutachterliche Einschätzung: Die Verbindung zwischen Kessenich/Poppelsdorf bzw. Hindenburgplatz und Unikliniken stellt für den Radverkehr in dieser wichtigen Verbindung eine Netzlücke dar bzw. eine Barriere aufgrund der topograhischen Gegebenheiten. Mehrere Varianten zur Problemlösung sind zu untersuchen und zu vergleichen:

  • z.B. Anlage eines Fahrradlifts
  • schienengebundene ÖPNV-Verbindung
  • Einrichtung eines Fahrradbusses bzw. Busses mit Fahrradanhänger, Einrichtung eines Fahrradverleihsystems mit Pedelecs, etc.